WinPE bzw. WinRE mit statischer IP 6. Januar 2012

Das Windows Recovery Environment ist für die erste Notfallbehandlung oder auch für das Ausführen einer Wiederherstellung eine feine Sache. Noch schöner ist es, dass man WinRE auch über einen WDS Server starten kann. Dadurch entfällt das lästige Suchen nach eine DVD, die man im Notfall meistens sowieso nicht zur Hand hat.
In einem Kurs, den ich vor den Feiertagen gehalten habe, kam die Frage auf, ob es möglich wäre, WinRE beizubringen, mit einer statischen IP-Adresse zu arbeiten. Der Teilnehmer hat in seinem Netzwerk mehrere Netze, die jeweils durch Firewalls getrennt sind. Das produktive Netz ist dort von dem Datensicherungsnetz durch einen Firewall getrennt. In der Firewall gibt es eine Regel, die nur bestimmten IP-Adressen den Zugriff aus dem produktiven Netz in das Datensicherungsnetz erlaubt.

Als Erstes muss man sich entweder ein WIM File mit dem Windows Recover Environment erstellen oder man “klaut” sich das WIM File von einer bestehenden Installation. Wer den langen Weg gehen möchte, der kann sich nach dieser Anleitung ein WIM File erstellen:

Dieses WIM File kopiert man an einen temporären Speicherort. In meiner Testumgebung wurde ein Ordner “WinRE” direkt auf dem Laufwerk “C:\” erstellt. In diesem Ordner wird die Datei abgelegt.

 

 

 

 

Nachdem die Datei kopiert wurde, kann man sie mit “imagex” mounten. Damit das Tool imagex verfügbar ist, muss man das WAIK installieren. Das Setup findet man hier:

Windows® Automated Installation Kit (AIK) für Windows® 7

Zusätzlich zu dem Ordner “WinRE” benötigt man noch einen leeren Ordner, in dem das WIM File gemounted wird. Dafür wurde in der Testumgebung ein Ordner “WinREMount” erstellt. Mit folgendem Kommando wird das WIM-File in diesen Ordner gemounted:

imagex /mountrw C:\WinRE\WinRE.wim 1 C:\WinREMount

 

 

 

 

 

 

Nachdem das Image erfolgreich gemounted wurde, kann man über den Windows Explorer bequem die Ordnerstruktur von WinRE durchsuchen. In diesem speziellen Fall ist das Anpassen der Datei “winpeshl.ini” im Verzeichnis “C:WinREMount\Windows\System32″ notwendig. Im Orginal hat diese Datei folgenden Inhalt:

[LaunchApp]
AppPath=X:\sources\recovery\recenv.exe

Mit der Hilfe dieser Datei kann man weitere Applikationen automatisch starten. Allerdings gibt es dort ein paar Stolperfallen zu beachten. Im gleichen Verzeichnis gibt es noch eine weitere Datei “startnet.cmd”, die für das Starten des Netzwerkes bzw. für die Hardwareerkennung von WinRE zuständig ist. Diese befindet sich ebenfalls im Ordner “System32″. Diese Datei kann man nutzen, um über “netsh” eine IP-Adresse für die erkannte Netzwerkkarte zu konfigurieren und das komplette Skript dann über einen Eintrag in der “winpeshl.ini” zu starten. Also wird als Erstes die Datei “startnet.cmd” angepasst:

wpeinit
netsh interface ipv4 set address “LAN-Verbindung” static 192.168.2.3 255.255.255.0 192.168.2.1

 

 

 

 

Wenn man jetzt dem Technet Artikel “Einschließen eines benutzerdefinierten Skripts in ein Windows PE-Abbild” folgt, dann könnte man z.B die Datei “winpeshl.ini” folgendermaßen ergänzen, um die Datei “startnet.cmd” während des Starts von WinRE mit auszuführen:

[LaunchApp]
AppPath=X:\sources\recovery\recenv.exe
[LaunchApps]
X:\Windows\System32\startnet.cmd

Allerdings funktioniert das leider nicht. Scheinbar kann man innerhalb der Datei “winpeshl.ini” entweder die Sektion “[LaunchApp]” oder “[LaunchApps]” einsetzen. Wenn man das oben angeführte Beispiel einsetzt, dann wird die Sektion “[LaunchApps]” einfach ignoriert. Deshalb hier die korrigierte Version:

[LaunchApps]
X:\Windows\System32\startnet.cmd
X:\sources\recovery\recenv.exe

Danach speichert man die Datei “winpeshl.ini” einfach wieder ab (ACHTUNG: Diese Datei ist schreibgeschützt!). Danach schließt man alle Anwendungen, die auf das Verzeichnis “C:\WinRE” zugreifen (Notepad, Windows Explorer u.s.w.). Anschließend werden mit folgendem Kommando die Änderungen in das WIM-File übernommen:

imagex /unmount C:\WinREMount /commit

 

 

 

 

 

 

 

Jetzt muss das WIM-File als neues Startabbild in die Windows Bereitstellungsdienste integriert werden.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn das WIM-File auf den Bereitstellungsdiensten erfolgreich integriert wurde, kann jetzt über die Windows Bereitstellungsdienste darüber gestartet werden.

 

 

 

 

 

 

 

Nach dem Start von WinRE über WDS wird dann sofort das Netzwerk konfiguriert und die statische IP-Adresse wird genutzt.

 

 

 

 

 

 

 

One Comments
Lutz Maier April 20th, 2012

Hallo Herr Röder,
vielen Dank für den Artikel “WinPE bzw. WinRE mit statischer IP”. Ich war derjenige, der im Dezember 2011 am Dresdener Waldschlösschen diesen Stress verursacht hat.
Diese Informationen sind für mich sehr hilfreich gewesen. Die damit erzeugten Bootmedien sind mein Rettungsanker, wenn die “Standards” im Netz versagen.

Freundliche Grüße
Lutz Maier

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