Exchange 2013 RTM Installation 1. November 2012

Seit dem 24.10.2012 steht nun die nächste Exchange Server Version (Exchange 2013) im Technet Download Center zum Herunterladen zur Verfügung. Ein Grund mehr also, sich mit dem guten Stück aus dem Hause Microsoft auseinander zu setzen. Nachdem man die knapp 3,5 GB aus dem Internet heruntergeladen hat, kann es mit der Installation auch gleich losgehen. Als Erstes muss man natürlich die Systemvoraussetzungen abklären bzw. sich mit den Neuerungen auseinandersetzen. Die wohl für mich schmerzhafteste Neuerung ist EAC (Exchange Administrative Center). Microsoft hat die Exchange Management Konsole abgeschafft und alles in ein Webfrontend gepresst. Scheinbar ist Microsoft aber dabei nicht ganz fertig geworden, da die Exchange Toolbox immer noch mit einer MMC daherkommt. Zusätzlich gilt noch zu beachten, dass es zum aktuellen Stand noch keine Möglichkeit gibt, eine Koexistenz mit Exchange 2007 oder Exchange 2010 zu realisieren bzw. sicherzustellen. Hier heißt es: Warten auf Exchange 2007 SP3 + Update Rollup oder Exchange 2010 SP3.

Anforderungen an das Active Directory

Für die meisten produktiven Active Directory Umgebungen wird es kein Problem darstellen einen Exchange Server 2013 auszurollen. Die Anforderungen des Exchange Servers sind recht genügsam. So reicht es z.B. aus, wenn die Gesamtstruktur als auch die Domäne auf der Funktionsebene “Windows Server 2003 einheitlich” laufen. Demnach sind folgende Domänencontroller möglich:

Server / Komponente Version
 Active Directory Domäne und Gesamstruktur  Windows Server 2003 einheitlich
 Domänencontroller
  • Windows Server 2012 Standard / Datacenter
  • Windows Server 2008 R2 Standard / Enterprise / Datacenter
  • Windows Server 2008 Standard / Enterprise / Datacenter
  • Windows Server 2003 SP2 Standard / Enterprise / Datacenter
 Globaler Katalog
  • Windows Server 2012 Standard / Datacenter
  • Windows Server 2008 R2 Standard / Enterprise / Datacenter
  • Windows Server 2008 Standard / Enterprise / Datacenter
  • Windows Server 2003 SP2 Standard / Enterprise / Datacenter
 Schemamaster
  • Windows Server 2012 Standard / Datacenter
  • Windows Server 2008 R2 Standard / Enterprise / Datacenter
  • Windows Server 2008 Standard / Enterprise / Datacenter
  • Windows Server 2003 SP2 Standard / Enterprise / Datacenter
Wichtig: An jedem Active Directory Standort, in dem Exchange 2013 installiert werden soll, muss mindestens ein beschreibbarer Domänencontroller zur Verfügung stehen. Der Einsatz von einem RODC wird nicht unterstützt.

Hardwareanforderungen für den Exchange Server 2013

Wenn man sich an Exchange Server 2007 oder auch Exchange Server 2010 zurückerinnert, da war es die größe Innovation überhaupt, dass man die einzelnen Serverfunktionen in einzelne Rollen gesplittet hat und dadurch auch auf mehrere Server verteilen konnte. Grundsätzlich machte das meiner Meinung nach Sinn. Unter Exchange Server 2007 konnte man z.B. auch nur einen Cluster installieren, wenn man die Postfachrolle von allen übrigen Rollen trennte. Seit Exchange 2010 hat Microsoft das gelockert und man konnte auf den Mitgliedern einer Database Availability Group auch die Client Access Rolle und die Hub Transport Rolle installieren. Mit Exchange 2013 schaltet Microsoft da einen Gang zurück und bietet nur noch die Rollen Postfachserver und Client Access zur Installation an. Für diese Rollen müssen folgende Ressourcen reserviert werden:

Komponente Anforderung
 CPU  Hier wird wie bei den Vorgängern eine x64 CPU vorausgesetzt. Die Leistung der CPU ist natürlich abhängig von der Anzahl der aktiven Postfächer und dem Mailprofil der Benutzer
 Arbeitsspeicher  Als absolutes Minimum für eine einzelne Serverinstallation gibt Microsoft 8GB an. Für eine Einzelinstallation der Postfachserverrolle sind es ebenfalls 8GB und für eine Einzelinstallation der Clientzugriffsserverrolle werden 4GB angegeben.
 Pagefile  Auch bei den Einstellungen zur Größe Auslagerungsdatei gibt es zu den Vorgängerversionen keinen Unterschied. Hier wird einfach physikalischer RAM + 10MB empfohlen
 Bildschirmauflösung  Für die Bildschirmauflösung gibt Microsoft mindestens 1024 x 768 Pixel an. Dieser Empfehlung kann ich nicht ganz folgen den mit dieser Auflösung kann man nicht sinnvoll arbeiten. Später dazu mehr……

Softwareanforderungen für Exchange Server 2013

Wenn man den Exchange Server 2013 auf einem Windows Server 2012 installiert, hält sich die Update und Patchorgie in Grenzen. Einzig und allein das Office 2010 Filter Pack SP1 und die Microsoft Unified Communications API 4.0 muss installieret werden.

Download Filter Pack
Download UCAPI 4.0

Damit die Microsoft Unified Communications API installiert werden kann, muss als Erstes das Feature “Windows Media Foundation” installiert werden.

Windows Media Foundation

Nach der Installation kann die Microsoft Unified Communications API problemlos installiert werden.

Micrososft Communications API Installation Micrososft Communications API Installation Micrososft Communications API Installation

Ablauf der Installation

Nachdem dieser Vorgang abgeschlossen ist, kann man sich an die eigentliche Exchange Installation machen. Wie unter Exchange 2010 SP1 kann man auch bei Exchange 2013 die benötigten Windows Rollen bzw. Features automatisch während des Installationsvorgangs mit installieren lassen. Allerdings muss nach der Rolleninstallation das Setup durch einen erforderlichen Neustart unterbrochen werden.

Exchange 2013 Installation Exchange 2013 Installation Exchange 2013 Installation

Exchange 2013 Installation Exchange 2013 Installation Exchange 2013 Installation

Wie man im letzten Screenshot erkennen sieht, können nur noch die Rollen “Mailbox Role” und “Client Access Role” installiert werden.

Exchange 2013 Installation Exchange 2013 Installation Exchange 2013 Installation

Die nächsten Dialoge ähneln denen unter Exchange Server 2010. Allerdings gab es damals die “Malware Protection Settings” nicht. Das ist offensichtlich der Tatsache geschuldet, das Microsoft viele Produkte aus der Forefront Familie abgekündigt hat und dadurch auch “Forefront Protection for Exchange” eingestellt hat.

Exchange 2013 Installation Exchange 2013 Installation

Im letzten Screenshot wird man zu einem Neustart aufgefordert. Nach dem Neustart muss das Exchange Setup erneut gestartet werden. Erstaunlicherweise merkt sich das Setup die getätigten Einstellungen nicht wie es unter Exchange Server 2010 üblich war, sondern man muss alle Informationen erneut tätigen. Beim erneuten “Readiness Check” bekommt man nur noch den Hinweis, dass jetzt als Nächstes das Active Directory Schema für Exchange Server erweitert wird.

Exchange 2013 Installation Exchange 2013 Installation Exchange 2013 Installation

Abschluss der Installation

Nachdem die Installation erfolgreich durchgelaufen ist, empfiehlt sich der Neustart des Servers. Danach kann man das EAC (Exchange Administrative Center) öffnen. Wer jetzt im Startmenü oder auf seinen Kacheln nach einer Verknüpfung sucht, der sucht vergebens. Microsoft hat es offensichtlich nicht geschafft, diese Verknüpfung zu erstellen. Das Einzige was man findet, ist die Verknüpfung zu den Exchange Management Tools und zur Exchange Management Shell.

Windows Server 2012 Startmenü mit Exchange 2013

Die URL für den Zugriff auf die Weboberfläche muss man also selbst herausfinden. Da jedem Administrator der bis jetzt mit Exchange 2010 gearbeitet hat, das Exchange Control Panel bekannt ist, kann man diese Herausforderung relativ leicht durch den Aufruf von “https://HOSTNAME_DES_EXCHANGE_ODER_FQDN/ecp” meistern.

Exchange Administrative Center Exchange Administrative Center Exchange Administrative Center

Um die erfolgreiche Installation von Exchange Server 2013 zu prüfen, kann man das Anwendungsprotokoll des Servers konsultieren. Dort sollte sich eine Meldung mit der Eventid 1033 finden, welche die erfolgreiche Installation von Exchange 2013 meldet.

Zusätzlich kann man noch die Datei “ExchangeSetup.log” einsehen, welche sich wie gewohnt unter “%systemdrive%\ExchangeSetupLogs\” befindet.

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